Natur- und Landschaftsfotografie - Felix Wesch

Lowepro Flipside 300

Einen richtig großen Fotorucksack besitze ich ja schon eine ganze Weile: Den Kata HB-207. Der ist allerdings manchmal doch etwas überdimensioniert. Vor allem, wenn's mal längere Touren mit dem Rad sein sollen und / oder ich garnicht so viel Gepäck mitnehmen will. Zusätzlich fand ich es von Zeit zu Zeit doch recht nervig den Rucksack immer komplett ablegen zu müssen um auf die Ausrüstung zugreifen zu können. Das war vor allem dann der Fall, wenn der Untergrund einfach zu nass oder dreckig war. Damit waren die beiden Features, die mein neuer Rucksack besitzen sollte, auch schon mehr oder weniger klar definiert: Kleiner und praktischer (also für meinen Zweck) im Zugriff auf den Inhalt.

Kleiner stellt keinerlei Problem dar. Die Auswahl an Fotorucksäcken geht inzwischen gefühlt ins Unendliche. Da kann wohl wirklich fast jeder Wunsch erfüllt werden. Praktischer im Zugriff stellt auch keine große Hürde dar. Zur Wahl stehen da unter anderem Rucksäcke wie die 3N1 Reihe von Kata, so genannte "Sling" Rucksäcke. Wie das funktioniert, kann man z.B. in diesem Beispielvideo von Kata sehen. Sicherlich auch nicht ganz unpraktisch. Aber zum Radfahren wollte ich etwas dauerhaft stabiles mit zwei Tragegurten.

Da kam dann die Lowepro Flipside Serie ins Spiel. Von außen sehen die Rucksäcke aus wie ganz normale Fotorucksäcke. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man, dass die Reißverschlüsse zum Öffnen des Hauptfachs sich nicht auf der Vorderseite des Rucksacks befinden sondern auf der dem Rücken zugewandten Seite. Für sich alleine genommen, wäre das zumindest unter paranoiden Fotorucksackkäufern eine recht praktische Diebstahlsicherung. Zumindest kann niemand den Rucksack einfach öffnen, wenn man ihn am Rücken hat.

Richtig interessant wird's aber eher dadurch, dass man den Rucksack, sofern man den Brustgurt benutzt, einfach um 180° vor den Körper drehen und ihn dann nach vorne klappen kann. Man hat dann Zugriff auf den gesamten Inhalt ohne den Rucksack absetzen zu müssen. Praktisch!

Nach etwas überlegen habe ich mich für den Lowepro Flipside 300 entschieden. Das mittlere der momentan drei verfügbaren Modelle:




Der Rucksack ist ca. 45 cm hoch, ca. 28 cm breit und an der dicksten Stelle ca. 19 cm tief. Leer wiegt er knapp über einem Kilogramm. Ein recht handliches Leichtgewicht also. Die Verarbeitung wirkt auf mich durchaus gut. Einzig den Hüftgurt würde ich mir etwas voluminöser und breiter wünschen. Wohl wichtiger als die Frage der Außenmaße dürfte allerdings sein, was denn wirklich in den Rucksack reinpasst. Innen ist er mit variablen (Klettverschluss) Einteilungen ausgestattet. Außerdem gibt's noch eine ebenfalls mit Klettverschluss befestigte und mit einem Reißverschluss verschließbare Tasche. An der gepolsterten Rückwand befindet sich innen ein Fach für Landkarten oder ähnliches. Bei mir sieht's der Innenteil momentan folgendermaßen aus:

Da wären: Die Sigma SD14 mit angesetztem 150mm Objektiv. Dazu noch ein 10-20mm und ein 28-70mm Objektiv. Ein Fernglas, eine Wollmütze, Polfilter und Graufilter, Fernauslöser, Winkelsucher, Ersatzakkus, Microfasertuch, Landkarte, Rettungsdecke (man weiß ja nie ;) ), Müsliriegel, Thermometer und mein Geldbeutel.

Wirklich gestopft voll ist der Rucksack damit allerdings noch nicht. Ein weiteres (nicht all zu großes) Objektiv würde man wohl recht unproblematisch noch reinkriegen. Wenn man die schon erwähnte Extratasche aus dem Innenteil entfernt passen auch längere und größere Objektive in den Rucksack.

Seitlich am Rucksack gibt's noch zwei recht praktische Fächer. Auf der einen Seite ein für die meisten Rucksäcke typisches Netz für eine Getränkeflasche oder ähnliches, auf der anderen Seite eine mit Reißverschluss geschütztes Fach für Kleinzeug wie Speicherkarten und ähnliches.

Auf der Vorderseite des Rucksacks befindet sich außerdem eine Befestigung für ein nicht all zu schweres Stativ (mein Feisol CT-3401 ist mehr als leicht genug, auch ein Manfrotto 190 passt sowohl von Größe als auch Gewicht noch problemlos). An der Unterseite des Rucksacks lässt sich bei Bedarf eine Lasche ausklappen, in die man zwei der drei Stativbeine stecken kann (siehe Foto unten). Etwas weiter oben am Rucksack befindet sich ein abnehmbarer Gurt zum eigentlichen Befestigen des Stativs. Je nach Gewicht und Größe empfiehlt es sich allerdings das Stativ mit Hilfe eines zusätzlichen Gurts ganz oben am Rucksack (z.B. am Tragegriff) extra zu befestigen. Zumindest mein Sicherheitsgefühl ist dadurch beruhigt worden.



Soviel zum Thema was ran- und reinpasst. Doch wie funktioniert das mit dem "Flipside"? Ich war ehrlich gesagt überrascht darüber wie gut es funktioniert. Einfach mit dem einem Arm aus dem Tragegurte raus und dann mit Hilfe des anderen Tragegurts den Rucksack nach vorne drehen. Der Rucksack kommt dann recht stabil vor dem Bauch zum "Liegen" und man kann nach dem Öffnen des Reißverschlusses komfortabel auf den Inhalt zugreifen. Man sollte das mit dem nach vorne drehen nur nicht probieren wenn man ausversehen vergessen hat den Hüftgurt zu verwenden... ;)

Etwas problematischer gestaltet sich das Abnehmen und besonders das Wiederbefestigen des Stativs am Rucksack im nach vorne gedrehten Zustand. Mit etwas Übung und ein paar kleineren Verrenkungen funktioniert allerdings auch das. Und zur Not kann man den Rucksack ja zumindest dafür auch mal abstellen...

Mein Fazit: Echt praktisch dieser Rucksack. Meine Erwartungen hat er voll und ganz erfüllt und das ganze zu einem sehr fairen Preis von knapp über 50 Euro (zumindest für das schwarze Modell). Ich würde ihn wieder kaufen.


Links:
Lowepro Flipside 300 @ lowepro-deutschland.de

12. November 2011

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